Felssturz-Risiko an der Rabenschüssel

WARNUNG! Die Rabenschüssel ist ein ungesicherter Naturraum. Bitte beachtet beim Klettern die Steinschlag- und Felssturzgefahr. Beim Aufenthalt unter Felsen muss sich jede/r der Gefahr bewusst sein. Von dem Besuch der Rabenschüssel mit Kindern und/oder Gruppen wird abgeraten.


Brüchiger Fels an der Abbruchkante von Januar 2017 – Zustand nach dem Entfernen des offensichtlich losen und angerissenen Gesteins im April 2017

Die Rabenschüssel, ein Sandsteinfelsen oberhalb der Saale bei Maua, ist für Jena der nächste Boulder- und Kletterfelsen. Für den Klettersport gibt es sonst in Jena „nur“ Kletter- und Boulderhallen. Nach dem Felsabbruch im Winter 2017 müssen wir als Bergsportverein jedoch mal wieder feststellen: An der Rabenschüssel besteht im Vergleich mit vielen anderen Klettergebieten ein erhöhtes Felssturz-Risiko. Der Sandstein ist kein Monolith sondern zerklüftet, von Rissen und Wurzelwerk durchzogen, mit (erdgefüllten) Hohlräumen durchsetzt. Feuchtigkeit und Kälte (Frostsprengungen), aber auch Wärme und Trockenheit sowie Vegetationswachstum setzen dem Sandstein ständig zu: Es kann jederzeit zu weiteren Felsstürzen kommen.

April 2017

Schon nach dem Felssturz im Januar 2017 war sichtbar, dass im Ausbruchsbereich weiterhin loses und angebrochenes Gestein sowie erd- oder wurzelgefüllte Hohlräume und Klüfte vorhanden waren. Um die davon ausgehende Gefahr zumindest zu verringern, haben wir am 22. April 2017 insbesondere in den überhängenden Bereichen loses Material entfernt. Die überhängenden Felsteile links und rechts der Abbruchkante machen einen festen Eindruck – ihr tatsächlicher Zustand ist dennoch unbekannt.

Wer sich an der Rabenschüssel aufhält oder gar klettert/bouldert sollte den Fels insgesamt und die jüngeren Ausbruchstellen insbesondere genau beobachten – es gibt genügend Risse für weiter wachsendes Wurzelwerk und winterliche Frostsprengungen.

Besondere Vorsicht ist im Sektor Marienwand angezeigt. Der Bereich sollte nicht als Lagerplatz oder gar Spielplatz für Kinder genutzt werden – auch wenn die Höhle im Umfeld des 2017er Felssturzes von Kindern gern genutzt wird.


Abbruchkante im April 2017: Zustand vor dem Entfernen von losem Material (siehe auch Bild oben)


Blick von oben auf den beräumten Bereich

Januar 2017


Abbruchkante (der Fels war hier zuvor überhängend) und herausgebrochenes Material. Hinter den beiden Bäumen im Vordergrund verbirgt sich die Höhle.

Im Januar 2017 (vor dem 5. 2. 2017, genauer Zeitpunkt unbekannt) kam es an der Rabenschüssel zu einem Felssturz, dessen Felsvolumen das der vereinzelten Felsstürze der Vorjahre deutlich übertrifft.

Der Abbruch erfolgte an der überhängenden Oberkante Marienwand kurz hinter der Höhle. Fallhöhe und ausgebrochenes Gesteinsvolumen hätten für direkt getroffene Spaziergänger/Kletterer mehr als nur leichte Verletzungen bedeutet – glücklicherweise ist von Personenschäden nichts bekannt.


Abbruchstelle mit Fahrradhelm zum Größenvergleich


Im Abbruchbereich sind die Risse und Klüfte im vermeintlich kompakten Fels gut zu erkennen


Ausgebrochenes Material. Es ist nur wenig Material den Abhang weiter hinab in den Wald gerutscht.

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